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Das 19. Moto-Guzzi-Treffen in Elben ist vorbei. Und es war schön. Für mich war es das Erste. Ganz ehrlich, ich lebe nun seit 40 Jahren in Wenden und wusste gar nicht, wie man Moto Guzzi schreibt, geschweige denn, dass sich hier in Elben alljährlich die Liebhaber dieser italienischen Zweiradmarke treffen.
Als ich dort mit meiner Kamera ankam, bin ich erschrocken und erst einmal ein paar Meter zurück gegangen. Aber das Ortsschild ließ keinen Zweifel. Ich bin in Elben. Jenem romantischen Dorf, dass die Grenze zu unserem Olper Nachbarn bildet. Ein Ort, von dem der Ortsfremde auf den ersten Blick glauben könnte, dass die Rückkehr der Zugvögel im Frühling die einzige Attraktion ist. Aber im Wendschen Land ticken die Uhren anders. Ich sah Typen, die man als Wendener nur aus 60er-Jahre-Filme oder aus dem Werner-Comic kannte.
Harte Kerle und Rockermiezen, Kutten und Karren wohin das Auge schaut. Ich gehe also zunächst etwas schüchtern an den unendlichen Reihen von Motorrädern vorbei und sehe Geschichte auf zwei Rädern. Hier eine Moto Guzzi, Baujahr 1955, da eine Maschine, die gerade vom Band gelaufen ist. Kennzeichen aus Holland, Belgien und Deutschland. Auch Leute aus Bayern wurden gesichtet. Zwangsläufig komme ich ins Gespräch mit den letzten Überlebenden von Woodstock. So genannte Benzingespräche bei Bier und Kräuterschnaps. Ich stelle fest, diese Urgesteine sind allesamt unglaublich sympathisch und modern eingestellt. Wasser kostet nämlich nur die Hälfte, wau, das hat Vorbildfunktion. Seit 19 Jahren, so wird mir stolz berichtet, wird hier alljährlich friedlich gefeiert. Nie gab es Ärger. Respekt.
Was sich Deutschland wünscht, wird hier gelebt – Integration pur. Kinder laufen spielend umher. Keiner wird wegen seiner Normalotracht ablehnt. BMW- und Zyndappfahrer stellen ihre Zweiräder neben den hunderten Moto-Guzzis, und die Atmosphere ist einladend und locker. Keine künstlichen Zwänge, denen sich die Menschheit allzu oft unterwirft. Jeder ist hier willkommen. Es wird nach Musik gerockt, die schon lange nicht mehr in den Charts ist und doch jeder noch im Ohr hat. Musik aus einer Zeit, wo noch echte Musiker das Musikgeschäft prägten und nicht massenweise Eintagsfliegenproduzenten ihre drittklassigen Lieder und Coverversionen durch zappelnde Idealmaßschönheiten vermarkten. Anschließend geht es in die Zelte zum schlafen und, wer noch kann, gibt dem Gebot der Nächstenliebe seine eigene Interpretation. Am Morgen danach gibt es das gemeinsame Frühstück. Das Wetter ist einmalig, ein schöner Spätsommertag. Der zweite oder dritte in diesem Jahr.
Ich freue mich schon auf das 20. Treffen 2008 – natürlich wieder in Elben
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